Meine Antworten an den Sozialverband VdK
Wir fordern: Stationäre Pflege muss bezahlbar sein. Wie hoch ist der Eigenanteil in den Pflegeheimen bei Ihnen im Wahlkreis?
Hierzu liegen keine abrufbaren Daten vor. Die Inanspruchnahme von Pflegeleistungen darf kein Armutsrisiko darstellen. Deshalb setze ich mich für den Sockel-Spitzen-Tausch ein. In BaWü tragen Pflegebedürftige die höchsten Mehrkosten im ersten Jahr im Pflegeheim mit durchshcnittlich 3.400€ monatlich. Mit zunehmender Aufenthaltsdauer sinkt die Eigenbeteiligung.
Wir fordern das Pflege-Gehalt für die Pflege zu Hause. Wie viele Menschen pflegen in Ihrem Wahlkreis Ihre Angehörigen zuhause?
Es gibt keine wahlkreisspezifischen Zaheln hierzu. Laut aktuellen Zahlen gibt es in BaWü 624.831 pflegebedürftige Menschen. Ca. 532.000 werden ausschließlich zu Hause versorgt. Knapp 350.000 werden ausschließlich durch Angehörige versorgt. Wir setzen uns für eine bundesweite Stärkung der Pflegeversicherung und Entlastungsleistungen ein. Zentral ist auch die Stärkung von Tages- und Kurzzeitpflege.
Wir fordern den Ausbau der Pflegeinfrastruktur und ein regionales Pflegebudget. Wie lang sind die Wartelisten für Einrichtungen der Vollstationären Pflege und der Teilzeitpflege bei Ihnen im Wahlkreis?
Es liegen hierzu keine abrufbaren Daten vor. Wichtig sind kommunale Pflegekonferenzen. Diese Vernetzung dient der sozialräumlichen Gestaltung von Pflegeangeboten. Außerdem ist mir die Stärkung wohnraumbezogener Unterstützungsstrukturen wichtig. Ziel muss dabei der Verbleib in der eigenen Wohnung/Haus sein und die Entlastung der pflegenden Angehörigen. V.a. Kurzzeitpflegeplätze müssen ausgebaut werden.
Wir fordern die Sicherstellung der medizinischen Versorgung: flächendeckend, qualitativ hochwertig und für alle Menschen zugänglich. Sind die Menschen in Ihrem Wahlkreis gut mit Hausärztinnen und Hausärzten versorgt? Oder besteht eine Unterversorgung?
Das Gebiet Crailsheim ist "drohend rechnerisch unterversorgt". Schwäbisch Hall und Crailsheim sind offen, d.h. nicht Überversorgt und Neugründungen sind möglich (vgl. KVBW). Ziel muss für mich ein Gesundheitssystem sein, das allen Patienten die richtige Hilfe zur richtigen Zeit am richtigen Ort bietet.
Wir fordern die Barrierefreiheit aller Einrichtungen im Gesundheitswesen. Wie viele Arzt- und Zahnarztpraxen sind in ihrem Wahlkreis nicht barrierefrei?
Hierzu liegen keine abrufbaren Daten vor. Ziel muss ein inklusives, gut erreichbares und barrierefreies Gesundheitssystem für alle sein. Bauliche, kommunikative und organisatorische Hürden müssen abgebaut werden. Es braucht einen niederschwelligen Zugang zu medizinischen Leistungen.
Wir fordern die armutssichere Altersrente und die Stabilisierung des Rentenniveaus. Wie viele Personen in Ihrem Wahlkreis beziehen Grundsicherung im Alter? Wie viele davon sind Frauen und wie viele Männer?
Aktuell liegen keine Zahlen für den Wahlkreis abrufbar vor. Gute Löhne und eine breite Beitragsbasis sichern die Rente. Deshalb unterstützen wir sozialversicherungsplfichtige Beschäftigung, gleiche Löhne, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und qualifizeirte Zuwanderung. Finanzierung der Rente gelingt am besten, wenn alle ihren fairen Beitrag zahlen - auch Abgeordnete und neu eingestellte Beamt:innen.
Wir fordern bezahlbaren Wohnraum durch die Erhöhung der Landesmittel für sozialen Wohnungsbau. Wie viele Sozialwohnungen gibt es bei Ihnen im Wahlkreis je Einwohner? Wie setzen Sie sich für höhere Fördergelder für sozialen Wohnungsbau ein?
Es gibt im Landkreis SHA 274 Sozialwohnungen (Gesamtbestand geförderter sozialer Mitwohnraum 2023), laut Auskunft des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen. Die Landeswohnraumförderung ist ein wesentliches Instrument. Es umfasst die Förderung von sozialem Mietwohnraum, von selbst genutztem Wohneigentum, von Wohneigentümergemeinschaften sowie den Erwerb von Genossenschaftsanteilen. Auch das "Junge Wohnen" als Teil der Wohnraumförderung ist von großer Bedeutung.
Wir fordern die strukturelle und wirksame Bekämpfung von Einsamkeit. Welche Projekte gegen Einsamkeit gibt es bei Ihnen im Kreis? Wird die Ehrenamtskarte bei Ihnen im Wahlkreis schon umgesetzt?
Es gibt mehrere Landesprogramme, die hier ansetzen. Eines ist z.B. Quartier 2030 für lebendige und generationsgerechte Quartiere. Hierzu gibt es 6 Praxisbeispiele (3 davon gefördert) in unserem Wahlkreis. Es braucht eine gute Strategie gegen Einsamkeit mit zentralen Anlaufstellen. Für micht ist Quartiersmanagement und Gemeinwesenarbeit ein zentraler Aspekt dabei. Die Ehrenamtskarte wird in unserem Landkreis leider nicht umgesetzt.
Wir Grünen und auch ich persönlich stellen uns klar gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus. Jede:r muss frei von Diskriminierung und Gewalt leben können. Es ist unsere Aufgabe, gemeinsam für eine lebendige Demokratie einzustehen.
Wir fordern die Einführung der Bürgerversicherung in Pflege, Gesundheit und Rente. Würden Sie selbst in die gesetzliche Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung wechseln, wenn das möglich wäre?
Die Bürgerversicherung auf Bundesebene ist überfällig. Die Einführung war leider in der Koalition mit Teilen der Ampel nicht möglich. Leider ist auch in der derzeitigen Konstellation im Bund eine echte Bürgerversicherung eher unwahrscheinlich. Als Arbeitnehmerin bin ich in der gesetzlichen Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.