Rückblick Veranstaltung mit Johannes Enssle, NABU-Landesvorsitzender
Wie geht es eigentlich unserem Wald?
Diese Frage stand im Mittelpunkt unserer Veranstaltung „Wald im Klimastress“ mit Johannes Enssle. Zahlreiche Interessierte waren gekommen, um mehr darüber zu erfahren, wie der Klimawandel unsere Wälder verändert – und was wir tun können, um sie zu stärken.
Der Wald unter Druck
Längere Trockenperioden, steigende Temperaturen, neue Schädlinge und extreme Wetterereignisse setzen unseren Wäldern zunehmend zu. Was früher als stabil galt, gerät ins Wanken. Ganze Waldflächen fallen aus, Arten verschwinden, Böden trocknen aus. Der Klimawandel ist im Wald längst Realität.
Dabei ist der Wald für uns unverzichtbar:
Er speichert CO₂, schützt Böden, bietet Lebensraum für unzählige Arten – und ist zugleich ein Ort der Erholung. Kurz gesagt: Wir brauchen den Wald - und der Wald braucht uns.
Ein starkes Bild: Der Jenga-Turm
Johannes Enssle fand dafür ein eindrucksvolles Bild:
Unsere Ökosysteme funktionieren wie ein Jenga-Turm.
Viele verschiedene Bausteine halten ihn stabil – Artenvielfalt, intakte Böden, Wasser, Wälder, ein ausgeglichenes Klima.
Werden einzelne Steine herausgezogen, bleibt der Turm zunächst scheinbar stabil. Doch er wird zunehmend instabil – bis ein letzter Stein genügt und alles zusammenbricht.
Dieser Moment ist der Kipppunkt.
Ein Bild, das eindrücklich zeigt: Wir dürfen nicht warten, bis der Turm fällt. Wir müssen handeln, solange er noch steht.
Was wir tun können
Die gute Nachricht:
Wir sind dem Geschehen nicht hilflos ausgeliefert. Durch naturnahe Waldentwicklung, Schutz alter Wälder, Förderung artenreicher Mischwälder und konsequenten Klimaschutz können wir dazu beitragen, unsere Wälder widerstandsfähiger zu machen.
Genauso wichtig ist Engagement vor Ort: Umwelt- und Naturschutzverbände, Ehrenamtliche und Initiativen leisten jeden Tag wertvolle Arbeit, um Lebensräume zu schützen und Natur zu bewahren. Dieses Engagement verdient Anerkennung – und Unterstützung.
Noch steht der Turm
Die Veranstaltung hat gezeigt: Das Interesse ist groß, die Fragen sind da, und der Wille zu handeln ebenso.
Noch steht der Turm.
Noch können wir entscheiden, ob er stabil bleibt.
Lasst uns gemeinsam für Klima- und Naturschutz einstehen – für unsere Wälder und für kommende Generationen.
Wir danken Johannes Enssle vom NABU herzlich für den inspirierenden Vortrag – und allen Gästen für ihr Kommen und die lebendige Diskussion.